Zei-T-räume

ZEI-T-RÄUME…welch zauberhafte Kombination von Buchstaben mit wunderbaren Möglichkeiten! 

Zaubereins)

In meiner Fantasie wandelt ein Paar durch wolkenartiges Gelände…

SIE (die Zeit): feenähnlich, konturlos, geheimnisvoll, schwebend (was in meinen Vorstellungen dieses Wesens nicht nur keine in die Stirn eingebrannten Stressfalten bedeutet, sondern auch eine elfengleiche Art erkennen lässt, die sich weitab von täglichen vormenopausalen emotionalen Ausbrüchen bewegt)…

ER (der Traum): körperlich stark und deutlich wohl geformt; selbstbewusst in seiner Manier, zwischen einsamem Wolf und kriegerischem Anführer zu wechseln (nichts deutet in meiner Fantasie auf besserwisserische Anwandlungen oder gutbürgerliche Bequemlichkeit hin)…

…ziehen die ZWEI durch schier endlose luftige Weiten (kein mühevolles Erklettern meterhoher Felsbrocken, kein Durchwaten von tiefen Sumpflandschaften, nein: kilometerweise freies Gelände vor und hinter den Protagonisten!).

Immer noch ER: beständig trotz möglichen unvorhersehbaren Verstrickungen und Abenteuern; er verbreitet die Empfindung von prickelnder Gefahr, sanfter Zärtlichkeit und angenehm befreiendem Schutz (da ich in meinem Alter mit meiner aus verschiedensten Winkeln geprüften Lebenserfahrung weiss, dass auf „Traum“ schnell wieder „Wach sein“ kommt, soll mir in dieser Fantasie nur Positives widerfahren, also bitte: kein ABER!)…

Dann wieder SIE: schwerelos, schön, mit an Weisheit grenzender Intelligenz, ohne (Zeit-) Spuren, einzigartig in ihrer Natur, sich in der Vorwärtsbewegung nicht bremsen zu lassen…

(Aufgrund dessen, was diese Gestalt in meinen Gedanken verkörpert, sollte sie, bin ich überzeugt, irgendwie „alterslos“ erscheinen…Ich werde ihr hier in meiner Vorstellung ausnahmsweise nicht gleichzeitig die Attribute „substanzlos“ und „langweilig“ anhängen, was ich im alltäglichen Leben -und dies durchaus mit Genuss und einer Portion Missgunst- natürlich sofort und vehement tun würde!)

Nun argumentieren Sie vielleicht, dass diese etwas schwülstigen gedanklichen Ergüsse meinerseits aufdringlich, kitschig und in der Interpretation ziemlich aufwändig seien…Sie haben natürlich recht! 

Und genau dies brauche ich von Zeit zu Zeit! 

Wenn‘s Ihnen nicht so geht, hören Sie um des Himmels Willen zu Lesen auf oder springen Sie auf meine nachfolgende alltäglichere Interpretation dieser zauberhaften Wortkombination (Zauberzwei von Zei-T-räume, weiter unten!)…

Sollten Sie trotz erster Zweifel Lust auf das Verfolgen möglicher Interpretationsspuren in „Zaubereins“ haben: Lesen Sie den Text nochmals…es sollten sich Deutungen auf mindestens vier Ebenen herausschälen lassen…Falls Sie nicht dieser Meinung sind oder Sie in den Worten weniger „Bedeutung“ finden, hat jemand von uns beiden die vom Text und Thema gestellten Anforderungen „noch nicht ganz richtig bewältigt“ -wie es pädagogisch korrekt an dieser Stelle heissen soll- oder aber Sie haben mich beim Übertreiben erwischt….so oder so: ich wäre sehr an Ihren Gedankengängen interessiert:

Schreiben Sie mir einfach eine Email mit Ihren Überlegungen, ich würde mich freuen! verenadalena@bluewin.ch

Ich mag spannende Menschen mit ihren einzigartigen Geschichten. Ich liebe dynamische Gedankengänge und darauf basierende Diskussionen und Gespräche… neu entstehende Themen!

Nun ja

Zauberzwei)

Wie schön können Träume sein! Losgelöst von Raum und Zeit! 

Sich in Gedanken an Orte wagen, die eigentlich jenseits von „gut und böse“ sind oder auch einfach nur im Rahmen der aktuellen (Budget- oder Familien-) Situation zu schillernd, geheimnisvoll oder romantisch erscheinen.

Anstatt am Morgen vor lauter Planungsfieber, Hektik und terminbedingter Überreizung das Handy im Kühlschrank zu versorgen, sich den Kaffee aufgrund ungelenker morgendlicher Hand-Mund-Augen-Koordination schwungvoll am Ohr vorbei auf die Haare zu kippen oder die Treppe auf dem Gesäss herunter zu segeln, weil man sich aufgrund der falsch eingeschätzten eigenen Geschwindigkeit im Tritt vertan hat, würde ich mich im Traum in eine Zeit begeben, in der sich solche Anfänge ganz anders zutragen würden: 

Der Geruch von frisch geröstetem Kaffee zöge durch mein herrschaftliches Haus, welches sich in einem etwas abgelegenen luxuriösen Viertel einer sich gerade im kulturellen Aufschwung befindenden Weltstadt befände. Das zögerliche und sanfte Klopfen an meiner Zimmertüre würde mich daran erinnern, dass meine unglaublich und in allen Belangen befriedigende Nacht vorbei wäre und sich ein neuer spannender Tag anbahnte. (Natürlich würde ich hier NICHT anfügen müssen, dass mit „befriedigend“ ausschliesslich das „Endlich-im-Bett-sein-und-trotz-des-während-des-Tages-zugegebenermassen-zu-hohen-Koffeinkonsums-schnell-einschlafen-können“ und damit auf „von-Kindern,-Toilettengängen-und-sonstigen-Störungen-unbehelligten-Ruhestunden-mit-weniger-als-dreimaligem-Aufstehen-pro-Nacht“ gemeint wäre…nein, in meinem Traum würde ich auf keine solcher Definitionen ausweichen müssen!) An dieser Stelle oder an einer nächsten würde ich dann mit einem liebevollen Kuss von meinem sich neben mir räkelnden, auch im Pijama umwerfend aussehenden „Liebhaber-ohne-eigene-Bedürfnisse“ geweckt und dann verständnisvoll allein gelassen, auf dass ich meine morgendliche Distanz zum Alltag ganz in Ruhe mit mir selbst geniessen könnte.

Anhand der Geräusche im Haus würde ich mich dann mit beruhigtem Gefühl in die Kissen zurücklehnen. Gelassen in meiner Art und entlastet durch das Wissen, dass mein zahlreiches, mir beflissen und höflich dienendes Personal den Haushalt bereits angeschmissen und ihn auch während einer möglichen Abwesenheit meinerseits zu meiner vollsten Zufriedenheit im Gang halten würde. (Aktuell sitze ich in meinen Träumen ja noch im Bett, aber wer weiss ob ich nicht bald zu einer einmonatigen Schiffsreise aufbrechen werde…)

Meine friedlichen Überlegungen zum geplanten Tag -den ich ausschliesslich zur Pflege meines Äusseren würde verwenden wollen, da mein umwerfendes Aussehen beträchtlich von der zeitlichen Investition und natürlich auch von meinen hervorragenden Genen abhängig gemacht werden konnte, diese Überlegungen also- würden dann plötzlich und ohne Vorwarnung von einem Schrei überschattet: Einem Laut zwischen animalischen Stöhnen und verletzten Wehklagen wie ich ihn ähnlich noch nie gehört hätte. Ein aufschreckend dramatisches Geräusch aus der Richtung meines Terrassenfensters! (Sie verstehen sicher: zu viel „Friede“ und gemächliches Dahinplätschern in meinem Traum würden mich schläfrig machen: mein Leben sollte schliesslich spannend, abwechslungsreich und herausfordernd sein…so denn…ich würde mich in ein aufregendes, gefährliches Abenteuer stürzen müssen!)

Mein Überzeugung:

TRÄUME schaffen RÄUME…für AusZEITEN, für Geschichten, die im Traum, in der Fantasie, im Kopf stattfinden.

Es kann Kreativität, Vielfalt und Power entstehen…

Zei-T-räume, ein möglicher Geburtsort mentaler Vitalität und Anstoss zum persönlichem Flow…

Solange wir uns von unserem Alltag wieder einholen lassen, wir aus Träumen wieder auftauchen, wir unsere alltäglichen Aufgaben bewältigen und unsere „Lieben“ darin begleiten, solange ist „ZEI -T- RÄUME“ (m-)eine Möglichkeit, dem Traum auf Zeit Raum zu geben; darin Kraft und herrlich viel Energie zu finden!

Wundervoll, eindrücklich, entspannend- …traumhaft RICHTIG!

Sei ehrlich…

Aha! Da ist sie wieder, diese Ansage! Sei ehrlich! Mein Gott, wie ich diesen Satz blöd finde!!

Bei mir lösen diese Worte neben Unwohlsein und Brechreiz auch Widerstand aus und damit das Bedürfnis darüber eine Lanze zu brechen: Wie kommen wir eigentlich dazu, unseren Kindern, Partnern, Freunden oder weiteren Mitmenschen anzutragen, sie sollen ehrlich sein? Oder uns selbst? Ehrlich währt am längsten…wer hat diesen Blödsinn erfunden und vor allem weshalb?!

Warum um der Welt willen soll ich vor der Lehrperson zugeben, dass ich die Hausaufgaben nicht gemacht habe, weil ich lieber Netflix schauen wollte oder weshalb sollte ich ehrlich sagen, dass ich keine Lust auf einen Schwatz mit der Schwiegermutter habe, da mir deren Gedöns einfach zum Hals heraushängt?  Ehrlich gestehen, sich im Nasch-Kästchen an einer Tafel Schokolade vergriffen zu haben? Weshalb sollen wir solche Dinge ehrlich zugeben?

Meiner Ansicht nach wird Ehrlichkeit dann verlangt, wenn diese uns eine übergeordnete Position zum Gegenüber  (das können durchaus auch wir selbst sein, dann führen wir ein Zwiegespräch) beschert. Wir können dann gütig, herrisch oder grosszügig sein, auf jeden Fall aber verlangen wir vom Gegenüber einen Kniefall, ein ‚Sich-nackt-zeigen‘, ein bewusstes ‚Sich-stellen‘, um dann beurteilt (in manchen Fällen verurteilt) zu werden… gut, in Zeiten der Religionsherrschaften konnte man das ‚Sei-ehrlich‘ mit der Sünde der Lüge belegen (und was mit Sündern geschieht, wissen wir auch heute noch!)…aber in der heutigen Zeit? Weshalb sollten wir ehrlich sein und uns selber in die von andern zu bewertende Position begeben? ‚Die Karten aufdecken‘, ‚die Hüllen fallen lassen‘, sich echt zeigen‘? Weshalb eigentlich?

Was spricht denn gegen verdeckte Karten in der Hand, gegen ‚nicht-ganz-ehrlich? Ich laufe ja auch nicht bauchfrei durch die Gegend, damit alle sehen können, dass der Meinige nicht mehr ausschaut wie vor zwanzig Jahren! (Ich will das nicht tun und die andern das nicht sehen, glauben Sie mir!)

Ich kann selber entscheiden, ob ich der Schwiegermutter (und mir!) den Tag verderbe, indem ich ihr erkläre, ich hätte keine Lust auf einen Kaffee mit ihr oder der älteren Dame, total unehrlich, erkläre, dass gerade eben der Nachbar mich um einen Gefallen gebeten hat und ich deshalb jetzt keine Zeit habe…Ich kann, ebenfalls unehrlich, die Hausaufgaben am Morgen bei der Freundin abschreiben und so dem schulischen ‚Eintrag’ entgehen…den Schokoriegel ersetzen und niemandem davon erzählen…Unehrlichkeit kann mich und andere schützen, vor Tadel, Strafe, Ansehens- oder Selbstwertsverlust! 

Also, seien wir weniger dogmatisch, seien wir freundlicher, nachsichtiger mit uns und der Welt…lernen wir, zuerst uns selbst zu beurteilen  (vielleicht MUSSTE ich mir den Schokoriegel gönnen, obwohl anders geplant?! Vielleicht bin ich mit meinem schlechten Gewissen und dem Blick auf die Waage bereits genug ‚bestraft?) seien wir wohlwollender…wir sehen mit Kleidern doch gut aus, weshalb dann Nacktheit verlangen?

Ich werde in Zukunft sagen: ‚Sei Deiner Wahrheit verpflichtet, entscheide selbst und tu‘ dabei niemandem weh, füge keinem Schaden zu, auch Dir selbst nicht!

Sei unehrlich, wenns für Dich oder andere besser stimmt, pass‘ die Wahrheit Deinen Umständen an. Sei mutig, behaupte Dich selbst, lass‘ Dich nicht zum Schuldigen erklären, nur weil Du Deine Welt etwas farbiger, anders, kreativer und weniger angepasst gestalten oder selber ‚Chef‘ Deiner Wahrheit sein möchtest! Beurteile Dich selber und sei dabei wohlwollend, drück‘ ein-zweimal ein Auge zu!‘

Ha, ich gebe zu, das klingt nach Predigt…naja, dann vielleicht besser als 

Ansage des Tages:

‚Gestalte Deine Wahrheit, intelligent und freundlich!‘

Alles Krise..?

Wissen Sie, „Entspannung“, „ruhiger Friede“ und „angenehmes Plätschern“ waren für mich Worte, die mir in früheren Jahren ganz locker über die Lippen gingen…

Seit jeher hat meine Umgebung mich -zumindest in meinen „Erwachsenenjahren“- als sehr aktiven Menschen wahrgenommen…als 20jährige hatte ich meine Matur in der Tasche, steckte in einem Zwischenjahr vor dem Studium, das ich mit einer Ausbildung als Tanzpädagogin füllte, (da ich seit Jahren intensiv tanzte -Jazztanz, HipHop, Streetdance, Musical- wollte ich diese Tanzrichtungen auch unterrichten können, um mir mein Studium und meine „Eigenständigkeit“ zu finanzieren). Ich engagierte mich als Leiterin bei den Pfadfindern, gab Nachhilfestunden in Mathematik und Deutsch, arbeitete im Nebenverdienst als Putzfrau, als Tagesmami und an einer Hotelrezeption in einer kleinen Pension am Limmatquai in Zürich. Mein Studium der Psychologie und der Medienwissenschaften startete ich an der Universität Zürich in meinem 22. Lebensjahr.

Was viele nicht wussten (und ich damals ebenfalls nicht realisierte) war, dass ich dieses Level an (geselliger) Aktivität nur halten konnte, indem ich mich immer wieder ganz intensiv „einigelte“: ich zog mich zurück in meine Höhle (zu Beginn mein eigenes Zimmer, später dann meine eigene Wohnung), schloss die Fenster und Türen, manchmal auch die Läden, zog mich auf dem Bett, Sofa oder Boden liegend in meine diversen Fantasiewelten zurück. Das waren geschriebene Romane und Bücher, eigene Geschichten oder Träume…ich zog mich in Gedankenwelten zurück, in denen es ruhig und still war, keine Geräusche und Bewegungen von aussen eindrangen, stundenlang, wann immer möglich…und kam frisch regeneriert, aufgeladen und voller Möglichkeiten in die „reale“ Welt zurück…so fühlte ich mich GANZ, so konnte ich leben, ich fühlte mich wie ICH, war geerdet und gleichzeitig luftig leicht! Ich konnte ALLES erreichen!

Naja, Sie können sich vorstellen oder wissen es vielleicht aus eigener Erfahrung, dass dies mit eigener Familie leider kaum mehr möglich ist. Mit aller Kraft suche ich -trotz den (wie ich finde (meist) total berechtigten) Ansprüchen von Mann und Kindern an mich und meinen beruflichen Verpflichtungen- eine Stunde Zeit fürs Walken oder das wöchentliche Tanztraining oder eine halbe Stunde „Buch lesen“ oder auch mal ein GANZES Wochenende mit Freundinnen im Wellnesshotel…und ich erarbeite mir diese Zeit…immer wieder…dies ist mehr, als andere Mütter sich leisten können! Ich WEISS!

Oft brauche ich sehr viel Geduld und glasklare Weitsicht um zu verstehen, dass auch nacheinander gelebte Ereignisse durchaus genau zum richtigen Ziel führen. In meinem Fall, mich wieder mal luftig leicht und gleichzeitig geerdet zu fühlen, MICH zu spüren und ALLES zu erreichen…Naja, wenn ich dies so aufschreibe, wird mir klar, dass dies kein einfaches Unterfangen ist (und sehr psychologisch und philosophisch untermauert…was durchaus zu mir passt, schön!)

Meine Emotion und meine Bedürfnisse rufen da leider immer wieder dazwischen…dann raste ich aus: ich schreie, manchmal lautlos öfters schrill, öffne Fenster und Türen um Luft zu bekommen, ich kämpfe mit Fressattacken, fülle meinen Körper mit „Schwere“ wo ich doch eigentlich meine Seele mit „Ruhe“ füllen müsste…so fühle ich mich dann auch körperlich „schlecht“ wo doch eigentlich mein „Geist“ und meine seelische und energetische Balance aus dem Lot geriet…

Ich bekomme viele gute und auch verschiedentlich ganz schlechte Ratschläge, alle davon ungefragt und vermeintlich zur Lösung „meines Problems“ beitragend. Mein Problem heisst „das Leben“ und ist damit keins, ich lebe sehr gerne, kämpfe einfach ab und an mit „den Umständen“…Ebenso oft hören meine Freundinnen aber auch einfach zu, wenn ich mich über zu wenig „Friede“, zu viel „Lärm und Hektik“ und wenig „Entspannungsmöglichkeiten“ auslasse…

Ich bin nun „Ü40″…evolutionsbiologisch gesehen befinde ich mich deshalb gerechtfertigter Weise in der „Midlife-Crisis“; wobei ich es per se schon ziemlich vermessen finde, wenn man die Gedanken und das sich Befassen mit der eigenen Geschichte und Person, die (z.T. verzweifelten) Erkenntnisse über einen selbst und das Durchgehen von Möglichkeiten zu weiteren Lebensentwürfen so abwertend, brutal und irgendwie endgültig als „Krise“ bezeichnet.

Naja, ich lerne viel zur Zeit: über mich, meine Art der Welt zu begegnen…ich habe viel Verständnis gewonnen: für mich, meine Eigenarten, mein Wesen…ich habe neue Einsichten erhalten: in meine Welt, über meine Nächsten, meine Ideen..

Meine Überzeugung des Tages:

Krise ist das negative Wort für Herausforderung und diese der erste Schritt ins Wünsche orten und Pläne schmieden. Da läuft was! Zum Fürchten und Schön! Und nach dem „Laufen“ die „Entspannung“…ich freue mich darauf und kann es kaum erwarten!

Echt jetzt?

Gestern hat es um 6;58 an der Haustüre geläutet!! Neeiiiin….ach, der Kaminfeger…genau! Gestern noch daran gedacht, heute völlig vergessen, super! Bin im Pijama, ungekämmt, von geduscht oder „gemake-upt“ kann keine Rede sein, mein erster Kaffee steht ungetrunken und kalt neben der Kaffeemaschine…naja, ist halt so, Haustüre aufmachen muss ich trotzdem..

Seit Jahren besucht uns derselbe Kaminfeger, zweimal pro Jahr, ungefragt und unbestellt, weil’s einfach so sein muss…und dieser Typ nervt mich jedes Mal grenzenlos, mittlerweile bereits beim Anschauen, früher spätestens nach seinem ersten Satz: Er weiss alles besser und sowieso ganz eindeutig wie die Welt funktioniert: Kinder sollen nie zur Schule gefahren werden, Hecken gehören ende November geschnitten, Waschmaschinen kauft man im Fachgeschäft, Mikrowellen schaden der Gesundheit, „man“ soll immer selber und frisch kochen -dreimal dürfen Sie raten, wer mit „man“ gemeint ist!!- und wer seine Kinder verwöhnt ist selber schuld an deren späterem Scheitern im Leben. Ich kritisiere nicht (oder fast nicht), dass er eine Meinung vertritt, sondern dass er sie mir bereits morgens um sieben um die Ohren haut (eigentlich egal um welche Zeit, aber frühmorgens ist es definitiv nicht einfacher, dies aus zu halten) und ich dabei freundlich bleiben möchte. Im selben Moment dann ärgere ich mich des weiteren über mich, die ich ihm nicht einfach harsch übers Maul fahre und auf mein Hoheitsgebiet (es ist MEIN Zuhause!!) poche!

Nichts ist aber so unangenehm, wie den Ärger über sich selbst aus zu halten…deshalb schnell wieder den Fokus wechseln: Gestern musste ich mich dem zu Folge nicht nur über den Kaminfeger aufregen sondern auch noch über die Dame, die mich mit bösem Blick „getötet“ hat, weil ich im Supermarkt die erstgegriffene Clementine wieder zurück gelegt habe, da ich erst beim Anfassen bemerkte, dass sie weich und matschig war. Die Dame hat mich dann ganz gewaltig geärgert, weil die mit den Augen gewählte zweite Frucht nämlich ebenfalls matschig war und ich sie aber trotzdem eingepackt und mich nicht mehr getraut habe, unter diesem Blick nochmals etwas zurück zu legen…ärgerlich, diese Frau (oder ich!! aber eben!!). Und dann die Joggerin am Abend: joggt diese durchtrainierte, drahtige Mitfünfzigerin mit Stirnlampe und Neoprenanzug bei Minustemperaturen und Eisregen um 22.00 Uhr an unserem Fenster vorbei, als ich gerade im Begriff bin, erschöpft und ausgelaugt vom Tag, die Fensterläden zu schliessen und mir aus zu mahlen, dass ich nur noch ganz kurz den Geschirrspüler füllen, den Abfalleimer leeren und rausbringen und dann meine Tasche für den morgigen Arbeitstag packen muss und ich mich danach mit einem Glas Prosecco aufs Sofa und vor den Fernseher schmeissen kann…und dann das! Diese Joggerin hat mich gestern auf der Stelle wahnsinnig gemacht!! Muss ich das sehen?? Echt jetzt?!?!

Naja, mein Résumé des Tages: Nüchtern betrachtet sieht’s besoffen besser aus!!

So was von vergeigt

Naja, da schreibe ich heute Morgen meinen ersten Blogbeitrag, ganz im Sinne meiner morgendlichen Erfahrung mit extra lautem Wecker mit „Furchtbar-Song“ auf (fast) voller Lautstärke, damit ich ausserordentlich schnell und auf sicher aufstehe und ich so meine ersten 3 Kaffees in Ruhe und morgendlicher Stille beim Einpacken der Lunchbox meiner Kinder und der Vorbereitung des Mittagessens für diese geniessen kann. (Das Essen wird im Ofen vor sich hin brutzeln, zur genau richtigen (Mittags-) Zeit und meine Mann (im Corona-Homeoffice) wird da sein und mit den Kindern zu Mittag essen (das heisst, er wird aus unserem Büro alle 5 Minuten rausbrüllen, er sei sofort so weit und brauche nur noch zwei Minuten, bis dann die Kinder -und ich, wenn ich da bin- fertig gegessen und bereits wieder abgeräumt haben…)

Auf jeden Fall habe ich den Auftritt meiner Tochter beschrieben (der VOR dem dritten Kaffee erfolgte, was ich aber ehrlich gesagt erwartet hatte) und wie sie mit beleidigter Stimme keifte, dass ihr Schaf weg sei und ich sie darauf liebevoll in die Arme schloss und ihr einen guten Morgen wünschte. Dann der durch unser Haus schallende Ruf meines Mannes, der sich ärgerte, dass „wir“ wieder einmal zu spät dran seien und ihn „niemand“ geweckt habe (wobei er mit „wir“ sich selber und mit „niemand“ mich meinte) und schliesslich noch meine Weigerung, meinen Sohn früher als unbedingt nötig aus dem Reich der Träume zu holen, da er mich bei mehr als 5 Minuten Zeit bis zum Schulstart bereits in die ewig gleiche „Handy-Diskussion“ über frühmorgendliche „Gamesessions“ verwickeln würde (wobei meine (Gegen-) Argumente sich Morgen für Morgen zu wiederholen scheinen während die seinen gefühlt endlos und unerschöpflich sind..).

Naja, langer Vorworte kurzer Sinn, ich habe meine Worte nicht gespeichert und so sind sie nun im „Irgendwo“…genau an dem Ort (so stelle ich mir vor), an den ich in nächster Zeit aus oben beschriebenen Gründen nicht werde aus meinem Alltag entfliehen können (und auch nicht immer wollen, aber eben doch des öfteren!). Mir bleibt aus diesem Grund nur, mich entweder zu ärgern oder…..eben: Diesen Bloggbeitrag (nochmals) zu schreiben! Da Worte wie ein Ventil wirken können und (wenn man sie nicht direkt, gemein und ausfallend an jemanden ganz persönlich richtet) weniger Schaden verursachen als andere Arten der „Frustbekämpfung“ (Wenn wir schon dabei sind: Ich amüsiere mich gerade köstlich über einen Post in meinem „Ladies-Whatapp-Chat“ anhand dem ein „Wissenschaftler“ weise bemerkt, dass „ein Glas Wein pro Tag nicht nur sehr gesund ist, sondern auch sehr wenig!!“ Haaach!!)

Mein Spruch des Tages:

Speichere die guten

Dinge,

schlechte bleiben ohnehin

im Sinne